Termin

Chronik

Der Alchimist (RON 14 Hal)
Marmortränen I (EFF 14 Hal)
Marmortränen II (TRA 14 Hal)
Marmortränen III (TRA 14 Hal)
Marmortränen IV (TRA 14 Hal)
Marmortränen V (TRA 14 Hal)
Ein Elixier zu Brauen (TRA 14 Hal)
Das Steinerne Schiff (TRA 14 Hal)
Rückkehr zum Schwarzen Keiler (TRA 14 Hal)
Der Zirkus in Gratenfels (TRA 14 Hal)
Über den Greifenpass I (TRA 14 Hal)
Über den Greifenpass II (TRA 14 Hal)
Kopfgeldjagd im Kosch I (BOR 14 Hal)
Kopfgeldjagd im Kosch II (BOR 14 Hal)
Eiseskälte (BOR 14 Hal)
Der Flug der Chimäre (BOR 14 Hal)
Vergessen im Kerker (BOR 14 Hal)
Feenflügel I (BOR 14 Hal)
Feenflügel II (BOR 14 Hal)
Helden: Isindia, Elko, Gerion, Rowin, Corban

Meisterpersonen: Si'Ia, Wächterin der Tore

Als der Morgen anbrach, erspähte Elko, der als Rabe das Tal nochmals genauer erkundete, zunächst Isindia und Rowin bei einem morastigen Teich. Beide waren gen Süden geflohen und wollten herausfinden, was es mit dem auf der Karte verzeichneten Auge auf sich hat. Aus der Luft betrachtet ähnelte der Teich mit seiner kleinen Insel in der Mitte tatsächlich an ein Auge, als interessanter stellte sich jedoch die Flora rund um dem Tümpel heraus. Dieser war von schilfartigen Pflanzen bewachsen, welche einen süßlichen Duft verströmten und von Isindia als Wasserrausch identifiziert werden konnten. Dessen Früchte entfalten stark alkoholisierende Wirkung, was unter anderem auch dafür sorgt, dass sich das Wasser des Teichs in der Nähe der Pflanzen in recht hochprozentigen Alkohol verwandelt. Da es weiter nichts interessantes zu entdecken gab, wandten sich die beiden nordwärts um den Rest der Gruppe zu suchen.
Elko flog unterdessen an den nördlichen Rand des Obsthains, wo Tsania, Ordon, Corban und der von einem Pfeil verwundete Gerion beieinander saßen. Nachdem er sich zurückverwandelte, entfernte er zunächst den Pfeil aus Gerions Rücken und schloss mit Hilfe seiner Magie dessen Wunde.
Ordon beschloss, den Sturm auf die Burg als gescheitert anzusehen und wollte sich nun an die Erkundung des Grates im Norden machen. Man vereinbarte, sich am Abend des vierten Tages wieder hier am Rande des Obsthains zu treffen, da die anderen zunächst Rowin und Isindia wiederfinden wollten. Um für weitere Erkundungen des Tals gerüstet zu sein, pflückte man zunächst die reichlich an den Bäumen hängenden Früchte und füllte so die Rucksäcke und Taschen mit Proviant für die nächsten Tage.
Immer wieder konnten die Helden hierbei kleine Feen entdecken, die ihrerseits in den Wipfeln der Bäume das Obst von den Ästen nahmen, angesichts der Menschen jedoch schnell in den Blättern ein Versteck suchten. Um das Vertrauen der Feen zu gewinnen trennten sich die Helden zunächst und lockten die kleinen Wesen mit gepflücktem Obst. Corban bot ihnen seinen Holzkamm nach einer kurzen Demonstration dessen Nutzens gar zum Geschenk an. Die Feen lachten ihn zunächst zwar aus, aber durch die entstandene Heiterkeit schien das Eis gebrochen. Mit sprichwörtlicher Hilfe von Händen und Füßen versuchte man den Feen zu bedeuten, dass man nach einem Ausgang aus dem Tal sucht. Und diese schienen zu verstehen: Sie zauberten einen prismatischen Lichtbogen herbei, der an einen Regenbogen erinnerte und sich durch die Wipfel der Bäume hindurch weit nach Südosten zu erstrecken schien. Den Helden war klar, dass dies ein Wegweisen sein sollte, dem man nur zu folgen hatte! Man machte sich also auf den Weg.
Unterdessen irrten Rowin und Isindia von Süden kommend durch den Obsthain, als plötzlich ein stattlicher grauer Wolf mit einem von weißen Linien durchzogenen Fell vor den beiden auftauchte. Zunächst unentschlossen begann dieser schließlich die Zähne zu fletschen, zu knurren und setze zum Sprung auf Rowin an. Rowin, von dem plötzlichen aggressiven Verhalten des Tieres überrascht, konnte gerade noch einen Schritt zurückweichen, als ein weiterer Wolf den ersten im Sprung abfing und ihn zur Seite stürzte. Schnell suchte der Angreifer daraufhin das Weite. Der zweite Wolf war nicht alleine, zwei Mitglieder seines Rudels begleiteten ihn. Doch statt sich auch nur ansatzweise mit den beiden in ihr vermeintliches Revier eingedrungenen Menschen zu beschäftigen, trotten die Drei einfach weiter ihres Weges.
Dem Regenbogen folgend hörten Gerion, Elko, Corban und Tsania auf einmal laute Stimmen zwischen den Bäumen direkt vor ihnen. Man ging vorsichtig weiter bis man schließlich zwischen den Stämmen hindurch erkennen konnte, woher diese Stimmen kamen: Isindia und Rowin standen in lautstarken Disput vertieft unter dem dem Blätterdach und schienen sich uneinig über … über eigentlich so ziemlich alles. Die Unachtsamkeit der Beiden nutzen Gerion und Corban schamlos für einen Überraschungsangriff aus, und so musste Rowin zwei Apfeltreffer an seinem Kopf hinnehmen. Zunächst konnte er dem Schabernack nichts abgewinnen, aber nachdem man berichtete, die Feen hätten einen Weg zum Ausgang aus dem Tal markiert, man müsse nur dem Regenbogen folgen, hellte sich auch die Stimmung von Rowin und Isindia merklich auf.
Nach einigen Meilen, das Obstwäldchen lag bereits hinter den Helden, führte der Regenbogen, welcher sich nun schon in einer Höhe von gut 100 Schritt über dem Boden erhob, über einen sehr dichten Wald hinweg. Da man befürchtete, den Regenbogen vom Innern des Waldes aus durch das Blätter- und Nadeldickicht vielleicht nicht mehr erkennen zu können, beschloss man, den Wald südlich zu umgehen. Gegen Abend erreichten die Helden schließlich einen Fluss, welcher vom nun nahen Rand des Tals in den Wald hinein floss. Ganz nahe am Waldesrand führte von Nordwesten kommend ein Weg in einer Furt über den Fluss hinweg. Manche Helden meinten, im über die seichte Furt hinweg sprudelnden Wasser eine Melodie zu vernehmen, welche sich lieblich rauschend zu wiederholen schien. Auf der anderen Seite des Flusses verlief der Weg zunächst ein Stück vom Wald weg, aber auf der Karte des Tals konnte man den Pfad ausmachen. Doch zunächst stand die Suche nach einem geeigneten Nachtlager im Vordergrund. Pflichtbewusst bestand Rowin auf die Einteilung von doppelten Nachtwachen, wobei Corban und Gerion die erste Wacht mit Kartenspielen verbrachten. Doch wie zu erwarten verlief auch diese Nacht ereignislos.
Am nächsten Morgen erreichte man kurz nach dem Aufbruch eine kleine Kreuzung, auf der ein ca. 2 Schritt hoher steinerner Mononolith stand, in dessen vier Seiten je eine kleine, unbeschriftete Marmorplatte eingelassenen war. Da der Regenbogen mittlerweile verschwunden war, folgte man dem nach Norden abzweigenden Pfad in den Wald hinein. Zwischen den Nadelbäumen standen immer wieder vereinzelte Obstbäume, deren Früchte man im Vorbeigehen einfach nur zu pflücken brauchte, was wiederum eine willkommene Möglichkeit war, die Vorräte aufzubessern.
Nach einiger Zeit stieg den Helden schließlich der Duft von frisch gebackenem Brot in die Nase, da sah man bereits in einiger Entfernung eine Fee, die eine nur kniehohe Ziege zu melken schien. Eine weitere Fee bot der Ziege ein Zuckerstück da um diese so zum Stillstehen zu bewegen. Als man die Helden nahen bemerkte, flohen die beiden jedoch unversehens in den Wald hinein. Kurz darauf überholte eine etwas kräftigere männliche Fee mit stattlichem Bauchumfang die Helden und Isindia konnte einige Worte mit ihr wechseln, ehe sie davonflog. Die Fee mit dem Wohlstandsbauch berichtete, dass sich am Ende des Weges inmitten des Waldes der Turm der Wächterin befindet und die Helden dort Antworten auf ihre Fragen erhalten würden.
Und dort, inmitten des Waldes, bot sich den Helden dann auch ein überwältigender Anblick. Im Zentrum einer großen, grasbewachsenen Lichtung, auf der sich dutzende von Feen tummelten, ragte gut vierzig bis fünfzig Schritt ein Turm aus einem kleinen See. Der Turm war nicht etwa aus Stein, sondern schien eher eine Pflanze zu sein, er glich einer gigantischen Blume, an deren Spitze ein großer Blütenkelch mit weit geöffneten weißen Blütenblättern zu sehen war. Am Fuße des Turmes führten kleine Brücken über den Teich, die zu jeweils sechs Toröffnungen am Boden der gigantischen Pflanze führten.
Als die Helden die Wiese betraten, kam nach und nach Bewegung in die Feen, die sich auf dem Gras zum Picknick oder zum Plausch niedergelassen hatten. Manche hatten Libellenflügel, andere Schmettelingsflügel, wieder andere gar Flügel wie die eines Brummkäfers. Sobald die Helden in ihre Nähe kamen, erhoben sie sich hinauf in die Lüfte und blickten aus sicherer Entfernung neugierig herab.
An der riesigen Blume angekommen, untersuchte Rowin zunächst das Material, aus dem diese bestand. Es stellte sich als eine organische Materie dar, die zwar flexibel und leicht zu beschädigen war, aber sofort nachzuwachsen schien und auf Grund der Dicke der Außenhülle für eine erstaunliche Stabilität des Konstrukts sorgte. Ein Blick durch eines der sechs Tore ließ zunächst nichts als eine freie Fläche im Inneren des Blumenturmes sowie die jeweils anderen Tore erkennen. Elko fasste sich schließlich ein Herz und trat durch eines der Tore hindurch. Plötzlich schien sich seine Robe wie von Geisterhand oder einem Lufthauch zu bewegen und wogte hin und her. Scheinbar schien man im Zentrum des Turmes schwerelos zu sein. Mit einem kräftigen Sprung katapultierte er sich dann oben, wo sein Flug von einer weichen Membran gestoppt wurde. Von ihrer Neugier gepackt beschloss Isindia Elko zu folgen.
Die anderen vier beschlossen indes, dass es sicherer sei, vor dem Turm zu warten, und so schlenderte Corban mit Tsania über die Wiese, während sie den Feen zuwinkten, während Rowin und Gerion lieber am Fuße des Turms achtsam Stellung bezogen. Nach einiger Zeit kehre Elko zurück und berichtete, was er von der Wächterin des Tals in Erfahrung bringen konnte. Es gäbe viele Verbindungen von dieser Welt in andere Welten, jedoch kennt die Wächterin sowohl den Ort des Tores zurück nach Aventurien als auch das Wissen, wie man dieses nutzt. Sie möchte uns helfen, verlangt jedoch als Gegenleistung, dass wir dafür sorgen, dass die Orks und ihr Anführer, ein vermeintlicher menschlicher Magier, die Feenwelt verlassen. Der böse Zauberer und seine Orks entführen immer wieder Feen, die anschließend nicht mehr wieder gesehen wurden. Außerdem verstoßen sie gegen das eherne Gesetz dieses Tals, nämlich dass niemand einem anderen Lebewesen Schaden zufügen darf. Und an ebendieses Gesetz gemahnt die Wächterin auch uns zu halten, sofern wir ihre Hilfe zum Entkommen aus dem Tal in Anspruch nehmen möchten. Rowin kann sich mit diesem in seinen Augen sinnlosen Gesetzt nicht so recht anfreunden, gerade weil es unser Vorhaben, die Orks und den Magier aus dem Tal zu vertreiben, ungleich schwieriger macht. Elko wusste noch zu berichten, dass die Feen uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen möchten, dabei jedoch keine aggressiven Handlungen tolerieren oder gar vornehmen wollen. Da der menschliche Anführer der Orks wahrscheinlich auch eine menschliche Zauberin gefangen hält, die des öfteren das Tal besucht, hatte Elko die Hoffnung, man könnte noch einen weiteren wichtigen Verbündeten gewinnen: Die Wächterin wusste zu berichten, dass die entführte Zauberin mit drei im Rosenwald lebenden Drachen befreundet ist, die sich vielleicht davon überzeugen lassen den Helden zu helfen, wenn man ihr vertrauen gewinnt und auf den gemeinsamen Gegner verweist. Die Feen möchten derweil jemand zu den Drachen entsenden, der diesen unser Kommen ankündigen soll. Die Vorstellung, auf dem Rücken riesiger Drachen einen Angriff aus der Luft auf das von den Orken bewohnte Schloss zu starten, ließ die Zuversicht bei den Helden wieder steigen.
Um die Orks kampflos zu überwältigen, wollte man getrocknete Früchte der Wasserrauschpflanze sowie das stark alkoholhaltige Wasser aus dem "Auge" verwenden. Sollten die Orks das Wasser trinken oder die süßlich duftenden Trockenfrüchte verzehren, dann würden sie zumindest sehr stark berauscht, schläfrig und bald darauf kampfunfähig. Elko verabschiedete sich dann wieder nach oben, da er zusammen mit Isindia an einem abendlichen Fest der Feen teilnehmen möchte. Auch für Tsania klang dies derart verlockend, dass sie Elko nach oben begleitete. Gerion und Corban mussten sich die Zeit bis zur wohlverdienten Nachtruhe mit Kampfesübungen und theoretischen Ausführungen zur Kampfeskunde durch Rowin vertreiben.
Am nächsten Morgen erschien Isindia und man fasste gemeinsam einen Plan über das weitere Vorgehen. Elko wollte sich die einmalige Chance magietheoretischer Studien an einem solchen Ort nicht entgehen lassen, und so bat er darum, dass er beim Turm zurückbleiben durfte. Ebenso Tsania, die man an diesem Ort, mangels kämpferischer Talente, sicherer wähnte.
Die Feen gaben den Helden noch ein Kästchen gefüllt mit getrockneten Früchten der Wasserrauschpflanze, sowie einige leere Phiolen mit auf den Weg, die mit dem alkoholisierten Wasser des Teichs gefüllt werden konnten. Daher wandte man sich zunächst wieder gen Süden, um den Weg des Vortages zurück zu wandern. Am Augen-Teich angekommen, umhüllte die Helden sogleich wieder der benebelnde süßliche Duft, den das durch die Wasserrauschpflanze verdorbene Wasser ausströmte. Die Helden beeilten sich damit, die Phiolen zu füllen und verließen den Ort schnellstmöglich wieder, da der Geruch ihnen mit der Zeit den Verstand zu rauben schien.
Gen Norden folgte man zunächst dem Lauf des Flusses, doch je weiter man sich in die Nähe des Rosenwaldes begab, desto morastiger wurden die Ufer und der Strom selbst schien sich in sumpfiges Gebiet zu verwandeln. Da sich der Rosenwald auf dem anderen Ufer befand, blieb den Helden schließlich nichts anderes übrig, als durch den Morast zu waten. Unzählige Stechmücken erschwerten das Vorankommen noch weiter, so dass man schließlich von Stichen übersät und mit schlammbesudelter Kleidung wieder festen Boden betrat. Da die Dämmerung bereits hereinbrach, machte man sich eine Meile weiter, an dem Rand eines Waldes daran, das Nachtlager aufzuschlagen. Auch hier bestand Rowin darauf, doppelte Nachtwachen einzuteilen.
Während der letzten Wache, die Gerion zusammen mit Isindia hielt, tauchten einige Feen auf, die Eicheln aus den Bäumen pflückten. Das eine der Eicheln herabfiel und Isindia dabei am Kopf traf, belustigte die Feen ungemein. Kurz nach dem morgendlichen Aufbruch erreichte man schließlich den Rosenwald, dessen Name so rein gar nichts mit dem zu tun hatte, was die Helden dort erblickten. Ein karge Moorlandschaft, die vereinzelt von blattlosen, verkrüppelten Bäumen bestanden war, breitete sich vor ihnen aus. Kleine Wasserläufe und Pfützen durchzogen die Landschaft wie ein Gespinst aus Spinnenweben. Das Wasser war so trüb, dass man sich nie sicher sein konnte, wie tief eine vermeintlich flache Pfütze in Wirklichkeit war. Hier und da ragten verfaulte Wurzeln aus dem Boden und schienen nur darauf zu warten, dass sich ein Fuß in ihnen verfing.
Doch wollte man die Drachen treffen, musste man sich dort hinein wagen. Der Versuch, weitestgehend auf dem Trockenen zu bleiben, erwiess sich schon bald als unerfüllbar. Nur sehr mühsam kam man voran. Nach einiger Zeit erblickte Rowin in einigen Schritt Entfernung zwischen einigen Weiden einen großen, schuppigen Körper glänzen. Just in diesem Moment stieß Isindia einen lauten Schrei aus und sprang panisch in dem seichten Wasser auf und ab: Etwas schlangenartiges hatte sich soeben im Wasser um ihre Beine geschlungen.
Aufgeschreckt von dem Schrei, trat der Drache nur zwischen den Bäumen hervor, doch war er im Zwielicht des Sumpfes nicht klar zu erkennen. Sein gut sechs Schritt langer Leib bewegte sich auf Rowin zu, ohne jedoch aus den Schatten hervorzutreten. Rowin erhob das Wort und gemahnte den Drachen mit kräftiger Stimme, dass man als Freund gekommen sei. Dieser öffnete jedoch sein Maul und spie eine mächtige Flammenlanze aus, die den unvorbereiteten Kämpfer mit voller Wucht traf und ihn umhüllte. Doch als die Flammen verschwunden waren, stand Rowin körperlich völlig unversehrt, jedoch nackt wie Tsa ihn schuf vor dem Drachen im Moor. Dieser flatterte, auf Adlergröße geschrumpft, aufgeregt zu einem nahegelegenen Baum und ließ sich auf einem kahlen Ast nieder. Können Drachen lachen?
Anscheinend war man zunächst einer Illision aufgesessen und der Drache verlieh seiner Freude über den Schabernack mit den Helden mit gackernden Geräuschen Ausdruck. Während Rowin seine Kleidung aus dem Morast fischte, gesellten sich zu dem Drachen noch zwei weitere. Offensichtlich dessen von Elko beschriebenen Brüder. Doch statt sich auf eine Konversation mit den fragenden Helden einzulassen, gackernden die drei Drachen im Taschenformat neugierig vergnügt vor sich hin. Einer von ihnen trug den Spiegel in der Pfote, den man Elko in der zweiten Nacht aus dem Rucksack entwendete.
Isindia konnte die Drei als Meckerdrachen identifizieren, eine Rasse, welche der Sprache nicht mächtig sei. Sollte der beschwerliche Weg also umsonst gewesen sein? Nicht ganz, denn als Rowin versuchte, die geschuppten Elstern mit etwas glänzendem, einigen Golddukaten, zu locken, schnappten ihm die diebischen Drachlinge drei Stücke durch Zauber aus der Hand. Niedergeschlagenheit machte sich nun unter den Helden breit, in welche sich Zorn auf Elko mischte, der den anderen eine nicht ganz der Wahrheit entsprechende Geschichte aufgetischt hatte. Schabernack und Spott der Meckerdrachen musste man ertragen, statt sich auf dem Rücken von Westwinddrachen reitend auf die Burg herabstürzen zu können.
Wütend und enttäuscht mache man sich daran, dieses elende Moor wieder zu verlassen und schlug hierfür einen Weg nach Norden ein, da man den alten Wald nördlich umgehen wollte. Kurz nachdem die Helden das Moor verlassen hatten, erreichten sie am späten Nachmittag den kleinen Fluss, welchem sie bereits am ersten Tag nach der Ankunft im Tal gen Süden gefolgt waren. Da man den kleinen Strom ohnehin überqueren mussten, entschlossen sich die müden und mit Dreck und Schlamm besudelten Recken, ein erfrischendes Bad im klaren Nass zu nehmen und bei dieser Gelegenheit die arg mitgenommene Kleidung zu reinigen. Die nasse Kleidung ließ man in der warmen Abendsonne trocknen und legte sich selbst in das weiche Gras zur Ruhe.
Mühsal und Enttäuschung des soeben endenden Tages wollte man von sich abfallen lassen, doch Rowin zeigte sich abermals unbarmherzig und gemahnte die anderen mit schneidendem Ton an die Einhaltungen der Wachverpflichtungen. Da sich Corban besonders widerspenstig zeigte, teilte ihn Rowin kurzerhand gleich für die erste Wache ein, gemeinsam mit ihm selbst. Bei jedem Anzeichen, dass Corban einzunicken drohte, versetzte ihm Rowin einen Stoß und eine schneidende Gemahnung an die Pflichten eines Helden folgten. Dennoch konnte ihm Corban zumindest ein kleines Schnippchen schlagen, in dem er eine knappe halbe Stunde vor dem Ende der ersten Wache aus "reiner Vorsicht" in einer Mulde in ungefähr fünfzig Schritt Entfernung Stellung beziehen wollte … wo er dann auch unmittelbar in Borons Arme sank. Gerion und Isindia hingegen, die beide die zweite Wache übernehmen sollten, dusselten bereits nach einigen Minuten selig ein, so dass die vermeintlich letzte Wache das Glück hatte, endlich einmal eine ganze Nacht durchschlafen zu dürfen.
Als Isindia am nächsten Morgen die Augen aufschlug, traf sie der Schreck dann umso unmittelbarer: Sie blickte unvermittelt auf das Gesäß einer Weißhirschkuh und konnte gerade noch, als diese den Schwanz hob, der herabfallenden Notdurft ausweichen. Ein kurzer Rundumblick zeigte, dass sich eine ganze Herde der kleinen, nur schulterhohen Weißhirsche hier am Rande des Flusses zum Grasen eingefunden hatte. Einige von ihnen begannen sogar bereits damit, die zum trocknen ausgelegte Kleidung der Helden anzunagen. Behutsam versuchte Isindia die anderen zu wecken und gleichzeitig möglichst die Hirsche nicht zu erschrecken. Doch vergebens, nach den ersten erschrockenen Rufen der soeben Erwachten kam Bewegung in die Herde und die kleinen Weißhirsche stoben letztlich panisch davon. Zum Glück der Helden wurde niemand verletzt oder niedergetrampelt. Eilig klaubte man die Ausrüstung und die Kleidung zusammen und machte sich zum Aufbruch bereit.
Man wanderte entlang des Waldrandes in Richtung der Burg, ehe man gegen Mittag in einiger Entfernung auf Gestalten am Rand des Waldes aufmerksam wurde. Als man nahe genug herankam, konnte man erkennen, dass es sich um eine Gruppe von vier Schwarzpelzen handelte, die augenscheinlich Jagd auf einen einzelnen Hirsch machten, der unbeteiligt auf der Ebene graste. Rowin, der sich an das Gesetz des Tals, kein Lebewesen verletzten zu dürfen, erinnerte, rannte auf den Hirschen zu um diesen aufzuscheuchen und so die Jagd der Orks zu vereiteln. In diesem Moment wurden die Orks natürlich auf die Helden aufmerksam und sofort zielte der mit einem Bogen bewaffnete Schwarzpelz auf Rowin.
Gerion und die anderen waren zum Handeln gezwungen, um Rowin nicht im wahrsten Sinne des Wortes zum Freiwild werden so lassen, und so zog man die Waffen und stürmte mit lautem Gebrüll auf die Schwarzpelze zu. Rowin, der sich soeben noch vor einem Pfeil in Deckung werfen musste, erkannte die Zeichen der Stunde und eilte gezogenen Schwertes ebenso auf die Orken zu, deren Bogenschütze sich mittlerweile den anderen zuwendete, und so zischte ein Pfeil nur knapp neben Corban in einen Baum. Um nicht ein noch besseres Ziel abzugeben, schob Corban sich in eine Nische zwischen einige Bäume am Waldesrand und rief Isindia, die knapp hinter ihm rannte, zu sich her. Man fasste den Plan, sowohl die Phiolen mit dem alkoholisierten Wasser als auch die Schatulle mit den getrockneten Wasserrauschfrüchten in einem gemeinsamen Rucksack zu verstauen. Isindia sollte diesen an sich nehmen und ihn wie zufällig auf der Flucht vor den Orken verlieren.
Da Rowin und Gerion mittlerweile bei den Schwarzpelzen angekommen waren und bereits das Klirren von Stahl auf Stahl zu hören war, zog auch Corban seine Dolche und rannte die letzten zwanzig Schritte mit lautem Gebrüll zu den Kämpfenden. Wohl wissend, dass man die Orks, wollte man das Gesetz des Tals achten, nicht verletzten darf, beschränkten sich die drei darauf, die Schläge der Orks lediglich zu parieren. Nach einigen leichteren Treffern schien der Zeitpunkt gekommen, den Schwarzpelzen ihren vermeintlichen Sieg zu gönnen und Corban forderte lautstark zum Rückzug auf.
Sobald einige Schritt Abstand zwischen den Helden und den Orks gebracht waren, wand man sich um und rannte davon. Auch Isindia trat aus dem Dickicht und ließ dabei den Rucksack wie zufällig von der Schulter gleiten. Als Corban den am Boden liegenden "Köder" passierte, hielt er einen Moment inne, nahm nach einem Blick über die Schulter zu den ihnen nachfolgenden Orks jedoch die Flucht sofort wieder auf.
Aus sicherer Entfernung beobachtete man die Schwarzpelze bei ihrem Jubel ob des vermeintlichen Sieges. Jetzt half nur Bangen und Warten, ob sie den Köder auch wirklich schluckten. Als sich die Orks schließlich heimwärts wandten, gingen die Helden zurück an den Ort des Geschehens und wirklich: der Rucksack war weg, die Orks hatten ihn als Beute mitgenommen! Jetzt galt es, möglichst unbemerkt an den Fuß des Berges zu gelangen, auf welchem die Burg stand um des Nachts einen Einbruch zu riskieren. Alles in der Hoffnung, dass die Orks ihre Beute sogleich verzehrten und in dem Rausch der Pflanze verfielen.
Zum Marsch auf die Burg wählte man den Schutz der äußeren Feldwand und so überquerte man zunächst die grasbewachsene Ebene, bis man zu den Klippen am Rande des Tals gelangte, an denen man sich südwärts orientierte. Kurz nach Einbruch der Dämmerung erreichte man schließlich den Fuß der Burg, doch leider war die Strickleiter nicht mehr heruntergelassen und ein Aufstieg am steilen blanken Felsen erschien unmöglich. Isindia dachte an die Kräfte ihres Zauberringes, welche sie von der Wächterin des Tals erhalten hatte, und wo nutzte sie ihn um eine nahe Fee herbeizurufen. Doch nichts geschah. Als die Helden bereits kurz davor waren, ihr Vorhaben aufzugeben, flog schließlich aus der Richtung der Burg eine Fee heran. Und zum Glück für die Helden war es zwar ein kleines, aber dennoch kräftig erscheinendes, männliches Exemplar. Man bat die Fee, sie solle versuchen die auf dem Felsgrat zusammengerollte Strickleiter über dessen Rand zu schieben, so dass man daran hochklettern könne. Die Fee flog nach oben und es gelang ihr tatsächlich, wenn auch unter größten Anstrengungen, das Seilbündel über die Felskante zu schieben, woraufhin die Strickleiter sich klappernd entrollte.
Rowin stieg an ihr als Erster hinauf, gefolgt von Gerion, dem jedoch seine Sturmsense bei dem beschwerlichen Aufstieg aus der Hand glitt und in die Tiefe fiel. Um den Aufstieg zu erleichtern, zog Corban dann die Leiter stramm, als Isindia sich daran machte, den anderen beiden zu folgen. Als sie nach ungefähr vier der zu erklimmenden zwanzig Schritt den Halt verlor und in die Tiefe stürzte, konnte Corban leider nicht mehr schnell genug reagieren um sie aufzufangen. So schlug sie auf dem Boden auf, landete jedoch glücklicherweise im weichen Gras und rollte sich derart geschickt ab, dass sie keine ernsthaften Verletzungen davon trug.
Als sie zu einem erneuten Versuch aufbrach, bedeutete ihr Corban, dass er besser hier unten auf die anderen warten möchte und die anderen so auch warnen kann, falls einige Orks erst des Nachts zurückkehren sollten. Isindia willigte ein und erklomm nun im zweiten Versuch den Grat bis hinauf zum Eingang der Burg.
Am Ende der Strickleiter erkletterten die Helden einen zehn Schritt langen und 3 Schritt breiten Balkon, der an seinen Seiten von Erkern der Burg begrenzt wurde. Leichtsinniger Weise hatte der Baumeister darauf verzichtet, den Balkon mit einer Brüstung zu versehen, so dass ein unachtsamer Schritt schon den Sturz in die Tiefe bedeuten könnte. Aus der Burg führte eine zweiflügelige Tür auf den Balkon, die für Feen gewaltig wirken mochte, für einen Menschen aber gerade groß genug war, um sie aufrecht zu durchschreiten. Die Tür wurde zur Rechten und Linken mit Buntglasfenstern in ornamentierten Rahmen gesäumt, die von hoher Kunstfertigkeit zeugten. Durch die Fenster war ein Matter Feuerschein wahrzunehmen und durch die Tür drang das Schnarchen der Orks aus dem Inneren des dahinter liegenden Saales.
Während Rowin und Gerion an der Tür Stellung bezogen, betrat Isindia auf leisen Sohlen den Saal, in dem ein gutes Dutzend Orks auf Felllagern und Decken lagerten. Offenbar hatten sie dem Wasserrausch reichlich zugesprochen und schliefen oder dösten vor sich hin. Vorsichtig erkundete Isindia die angrenzenden Räume. Der erste entpuppt sich als Labor, in dem jemand experimentelle Untersuchungen an Feenwesen vorgenommen hat. Hinter einer weiteren, verschlossenen Tür, die für Isindia kein Hindernis darstellt, entdeckt sie etliche Käfige, in denen Feen gefangen gehalten werden. Da sich allerdings keine Schlösser an den Käfigen befinden, trägt Isindia die Käfige einzeln auf die Terasse, wo sie von Rowin an der Strickleiter herabgelassen werden.
Im Anschluss erkundet Isindia weitere Räume, entschließt sich dann jedoch, die Orks um ihre Waffen zu erleichtern, nachdem sie den schlafen Orkanführer und einen schlafenden Menschen in den nahegelegenen Räumen ausmachen konnte. Stück für Stück greift sich Isindia die Äxte, Säbel und Keulen der Orks und wirft sie vom Balkon ins Tal hinab.

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Feenflügel III (BOR 14 Hal)
Feenflügel IV (BOR 14 Hal)
Geisterstunden (TSA 14 Hal)
Der Erbe von Kranick (TSA 14 HAL)
Tod in der Steinhauergasse (TSA 14 HAL)
Die Einsiedlerin (PHE 14 HAL)

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